Willy Astor

Die Verantwortlichen ließen es sich nicht nehmen, den bekannten bayerischen Kabarettisten Willy Astor auf die Bühne zu bitten, der passenderweise in diesem Jahr ebenfalls ein Jubiläum feierte - sein 25-jähriges.

Gegen 21.15 Uhr war es endlich soweit. Die ca. 350 Zuschauer applaudieren im gut gefüllten und mindestens 30 Grad heißen Festzelt, als Willy Astor lässig, mit kurzer Hose und sommerlichem T-Shirt die Bühne betritt. "Aha, heute spiele ich also in der schönsten Garage Gaustadts", witzelt er über die Größe des Festzelts. Im Gepäck hat er viel aus seinem neuen Programm "Tonjuwelen", aber auch einige alte Lieder.
In seinem knapp zweistündigen Kabarettprogramm, zieht Astor musikalisch alle Register. Von der russischen Polka über heiße Latinorhythmen bis hin zu Hip-Hop-Beats à la Bushido, ist für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Er bezieht das Publikum mit ein und versucht den bekanntlich "redefreudigen" Franken, ein paar Worte zu entlocken, was teilweise zu schallendem Gelächter führt. Wer bei Astor in der ersten Reihe sitzt, muss eben damit rechnen, ins Programm einbezogen zu werden- freiwillig oder unfreiwillig.
In seiner Lieder-und Reim-Tour wird kein Thema ausgelassen, kein Welthit ist als Vorlage für seine humorvollen Umdichtungen sicher. So macht er aus dem bekannten Song "Killing me softly with this song" seine eigene Version "Grilling me softly beim Ping Pong" ,und alle singen lauthals mit. In fast perfektem Fränkisch präsentiert er sein eigens für Franken komponiertes Lied "Countrysong", und sogar Gaustadt widmet er einen Song. Für seine geistreichen Wortspiele braucht Astor einen Waffenschein. Er konstruiert in vier Minuten eine Geschichte aus 141 Kinoklassikern, und diese Story ergibt sogar noch einen Sinn. Gebannt lauscht das Publikum seinem Märchen vom Radkäppchen, das auf Katalysator trifft. Der Sprachjongleur verwendet dabei fast nur Vokabeln aus der Motorwelt. Konzentration ist gefragt, um auch keine seiner Pointen zu verpassen, die er wie aus einem Maschinengewehr abfeuert.
Während seines Rockgitarrensolos verwandelt er die Bühne kurzfristig in ein AC/DC Konzert und bringt die Stimmung im sowieso schon warmen Zelt noch einmal zum kochen, bevor er zum Ende seines Programms ganz leise Töne anschlägt und die zahlreichen Zuschauer mit einem ungewohnt melancholischen Song aus seinem Album "Sound of Islands" nach Hause schickt.

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